OER in der Arbeit mit Geflüchteten

An Open Educational Resources (OER) werden Qualitätsanforderungen herangetragen, die kaum die heterogenen Medienformen und die diversen  Einsatzmöglichkeiten der Materialien berücksichtigen. Vor allem vernachlässigen die Qualitätsforderungen zu OER die ihnen inhärente Möglichkeiten der Modifizierung und Anpassung (an z. Bsp.: Lehr- und Lernziele, an Lernmethoden und Lerngruppen). Die Forderungen nach Transparenz der Lehrziele, die Nennung von Einstiegsvoraussetzungen oder gar Einbau von Lernwirksamkeitskontrollen greifen auf Modelle der Qualitätssicherung zurück, die für eine institutionalisierte Lehr- und Lernpraxis üblich sind. Die Funktion und Relevanz dieser Qualitätskriterien für OERs muss deshalb kritisch hinterfragt werden.

Der Workshop möchte  zu einer Diskussion anregen, in der OER als Material und Methode für einen offenen Lernprozess an Kontur gewinnen. Wir hinterfragen in diesem Zusammenhang den Qualitätsbegriff in der Bildung, vergegenwärtigen uns etablierte Verfahren der Qualitätssicherung von Bildungsinstitutionen und schärfen den Blick für die Lehr- und Lernkompetenzen von ehrenamtlichen DaF/Daz – Lehrenden in der Arbeit mit Geflüchteten.

Wo: OERcamp Hamburg, HUL Universität Hamburg

Wann: 26.06.2017 von 13.00-14.30 Uhr

Wer: Dr. Jane Brückner

OERcamp 2017 Nord – Workshops

PräsentationOERcamp

WORKSHOP ZU OER IM DAF-BEREICH

Educational Resources im DaF-Bereich. Qualität als relationaler Lernerfolg bei interkulturellen Akteursgruppen mit Dr. Jane Brückner

Geflüchtete und ehrenamtliche Deutschlehrende arbeiten als neue Akteursgruppen in der deutschen Bildungspraxis. Ihr Lehren und Lernen des Deutschen als Fremdsprache (DaF) ist häufig von unkonventionellen Methoden, unstrukturierten Abläufen und heterogenen Zugängen geprägt. Die Nutzung und Weitergabe von frei verfügbaren Bildungsmaterialien gehören dabei ganz selbstverständlich zum Vermittlungsalltag, wobei die Lizensierung der Ressourcen eine untergeordnete Rolle spielt. 

Wo: Auf dem Jungen Forum für Medien und Hochschulentwicklung (JFMH ) im Raum 2018 des HUL Hamburg, Schlüterstraße 51

Wann: am 15. Juni 2017 um 15:30 Uhr

Lehramtsstudierende an der Leuphana erstellen OER

Studierende für das Unterrichtsfach Deutsch erstellen im Sommersemester 2017 eigenes Lehr- und Lernmaterial zu vier unterschiedlichen Themen im Bereich des historischen Sprachwandels. In den Arbeitsgruppen sind zum Beispiel Vertonungen von Gedichten unterschiedlicher Sprachstufen, Aufgabenreihen zu Lehnwörtern aus Fremdsprachen und Anleitungen zur Produktion von mittelalterlichen Handschriften für den Deutschunterricht unterschiedlicher Jahrgangsstufen geplant.

Die Studierenden erstellen in einem ersten Schritt einen Prozessplan für die Produktion ihrer Materialien und definieren eigene Qualitätsstandard. Im zweiten Schritt recherchieren sie Informationen und mögliche Mitwirkende (wie Museen und Lehrende). Hierbei spielt sowohl die Anschlussfähigkeit der Materialien an Lehrpläne und etablierte Lehrwerke und Lernangebote in der Region eine Rolle, als auch der Forschungsstand zu ihrem Thema. Im dritten Schritt wird das Material erstellt, wonach es im Seminar für ein Feedback vorgestellt wird. Nach der Überarbeitung wird es erneut auf Qualität geprüft, um dann im vierten Schritt veröffentlicht zu werden. Die Veröffentlichung erfolgt unter einer cc-Lizenz. So werden die OER allen Lehrenden und Lernenden frei zugänglich sein.

Workshop auf der Jahrestagung des Hochschulnetzwerks für Bildung durch Verantwortung 2016

Auf der Jahrestagung des Hochschulnetzwerks für Bildung durch Verantwortung auf dem Hochschulzentrum Vöhlinschloss in Illertissen haben Claudia Bremer, Ann-Kathrin Wattola und ich am 9. November 2016 einen Workshop mit dem Titel civicOER: Produktion und Nutzung digitaler Bildungsmedien von und für Studierende(n) gegeben. Der Workshop hatte zum Ziel die Community des Hochschulnetzwerks mit der Idee von Open Educational Ressources vertraut zu machen und gemeinsam Projekte zu entwickeln, in denen engagierte Studierende offene Bildungsressourcen erstellen, teilen und verbreiten.2

Im einführenden Impulsvortrag stellt Claudia Bremer vor, wie  Studierende an unseren Hochschulen didaktische Innovationen mit digitalen Medien mitgestalten können. Sie präsentiert Beispiele für studentische Medieninitiativen an deutschen Hochschulen und zeigt auf, wie Hochschulen neue Formen der Partizipation von Studierenden unterstützen und fördern können.