Was ist civicOER?

Was sind OER?

Das Video der Bundeszentrale für politische Bildung erklärte die Grundlagen von Open Educational Ressources.

Quelle: Produktion: Kooperative Berlin, hrsg. von: Bundeszentrale für politische Bildung;

 

Unter OER (Open Educational Ressources), werden grundsätzlich Bildungsmaterialienverstanden, die jedem Nutzer*nnen freizugänglich für eine eigene Verwendung sind, und dies aufgrund einer offener Lizenzierung. Die offene Lizenzierung erfolgt inzwischen meist durch Nutzung der Creative Common Lizenzen (Jedermannsrechte). Diese sind mehrstufig verwendbar und somit für verschiedene Freigabewünsche einsetzbar. Von einer einfachen, reinen Nutzung – ohne Freigabe für Veränderung – bishin zu einer Freigabe für jegliche individuelle Änderungswünsche des Nutzers.

Alle Lizenzstufen haben gemeinsam, dass die/der Autor*in immer genannt werden muss und er/sie immer Urheber*in bleibt.

In unserem Projekt CivicOER geht es in einem ersten niederschwelligen Schritt darum, dass Autor*innen die Freigabe ihrer selbsterstellten Materialien für eine “einfache” Nutzung durch andere zu ermöglichen.

Und zwar ohne zu befürchten bei einer Verwendung etwas gegen das Urheberrecht getan zu haben und ohne die Autorin anfragen zu müssen.(Hinweis?: Nach Wiley(2014) befinden wir uns hiermit auf der Lizenzebene „RETAIN“: der einfachsten Stufe der Openness und dem Jedermannsrecht, und zwar Kopien eines Inhalts zu erstellen, zu besitzen und darüber zu bestimmen.)

Diese einfache Freigabe zur Nutzung von (Bildungs-)Material würde im Bildungsbereich bereits eine enorme Öffnung von und für Bildung, einem wunderbaren Austausch von Material unter Lehrer*innen, Dozierenden und (Bildungs-)Institutionen bewirken. Ganz im Sinne: das Rad nicht neu erfinden! Nutzen, was andere bereits erstellt haben! Sehen Sie einfach mal in Ihren Ordnern nach – wie viele wertvolle Texte, Bilder, Grafiken Sie finden, bei welchen Sie sich denken: gar nicht so schlecht – schade, dass es keine/r kennt und nutzt!

Wir gehen davon aus, dass nach diesem ersten Schritt der Nutzungsfreigabe und damit auch Nutzung von fremden OER, positive Erfahrungen gemacht werden können, die den zweiten Schritt ermöglichen.

Der nächste – von unserem Projekt angestrebte, doch für alle Autor*innen nicht dogmatisch zwingende Schritt –  ist dann eine Freigabe dahingehend, dass Autor*innen ihr Material zur Nutzung und zur Weiterentwicklung bereitstellen: somit können andere Personen das freigestellte Material für ihre Zwecke bearbeiten; z.B. kürzen, an den Kontext anpassen oder auch nur einzelne Bestandteile wie Grafiken, Tabellen in eigenes Material einbauen.

Es sei nochmals darauf hingewiesen: Selbstverständlich muss immer auf die ursprüngliche Quelle hingewiesen werden.

Dieser zweite Schritt kann dank der mehrstufigen Creativ Common Lizenzen unterschiedlich eingeschränkt bzw. erweitert werden (z.B. nur für nicht- kommerzielle Zwecke).

 

Wofür steht „civic“?

„civic“ steht für „civic education“ und im Projekt civicOER für das in diesem Zusammenhang häufig angewandte didaktische Konzept des Service Learning. Es wird im Deutschen im schulischen Kontext auch übersetzt mit „Lernen durch Engagement“ (kurz: LdE) und bezeichnet eine Lehr- und Lernmethode, die gesellschaftliches Engagement mit fachlichen Inhalten verbindet.

Alleinstellungsmerkmal des Service Learning gegenüber anderen Methoden und Engagementprojekten an Schulen, Hochschulen und weiteren Bildungseinrichtungen ist die Verknüpfung mit fachlichen Inhalten und die enge curriculare Anbindung des Engagements.

(Informationen zum Service Learning oder Lernen durch Engagement an Schulen unter www.lernen-durch-engagement.de, zum Service Learning an Hochschulen unter www.bildung-durch-verantwortung.de)

 

Was bedeutet „civicOER“?

Die Wortneuschöpfung verbindet die Themen civic education/Service Learning und OER und will damit auf die gewinnbringende Kombination der beiden Faktoren hinweisen.

Die Erstellung von offenen Bildungsmaterialien (OER) leistet nicht nur einen Beitrag zu Austausch und Vernetzung, sondern stellt eine enorme Erleichterung und Bereicherung der Arbeit von Lehrenden dar. Das Engagement für OER ermöglicht die Flexibilisierung und Demokratisierung von Lehren und Lernen und trägt zur Öffnung von Bildungsinstitutionen bei. Diese noch relativ neue Form des gesellschaftlichen Engagements wird sich im Zuge der Digitalisierung zu einem bedeutenden Engagementfeld weiterentwickeln.

Umgekehrt kann das Konzept des Service Learning, das in Deutschland immer noch relativ unbekannt ist, über OER nicht nur eine schnellere Verbreitung finden, sondern auch angepasst an die unterschiedlichen Anforderungen – Lehrpläne für unterschiedliche Schularten in den Bundesländern oder unterschiedliche Fachrichtungen an den Hochschulen – qualitätvoll in die Praxis umgesetzt und in authentischen Situationen angewandt werden.

Die Verbindung von Service Learning und Open Educational Ressources soll mit nachfolgender Grafik nochmals dargestellt werden.